1. Monat Miniwiesel

Hallo, ihr Lieben. 🙂

Lange war es ruhig. Ruhiger als mir lieb war, aber die letzten Wochen der Schwangerschaft hatten es in sich. Es fehlte einfach jegliche Energie für alles…die meiste Zeit habe ich nur auf dem Sofa gelegen und geschlafen. Selbst spazieren gehen war auf Grund der großen Murmel nicht mehr möglich und in Begleitung ging es auch nur noch alle Nase lang mit Martin zum Aldi, denn alleine habe ich mir sowas nicht mehr zugetraut.

Der Entbindungstermin war ursprünglich für den 22.09.2019 angesetzt und da mir im Vorfeld jeder versichert hat, dass mein Bauch so tief sitzen würde, stellten wir uns auf eine verfrühte Ankunft des Miniwiesels ein. Wie sich schlussendlich herausgestellt hat, hatten absolut alle Unrecht – sämtliche Ärzte, die Hebamme sowie alle Bekannten. Das Miniwiesel kam nicht früher, sondern genau 7 Tage nach dem ursprünglichen Entbindungstermin. Am 29.09.2019 um 13:12 Uhr konnten wir die kleine Madame endlich in die Arme schließen!

Die Geburt war leider nicht wirklich toll und weit entfernt von einer Bilderbuchgeburt, aber dazu im nächsten Blogbeitrag mehr!

Gestern ist unser Miniwieselchen dann einen Monat alt geworden. EINEN MONAT! Es ist unfassbar, wie die Zeit vergeht. Gefühlt haben wir sie gerade erst zum ersten Mal im Arm gehalten und jetzt sieht sie schon lange nicht mehr aus wie am ersten Tag und ist schon um so vieles agiler geworden. 🙂

Die Eingewöhnungszeit

Ich hatte durch die Geburt leider erstmal zwei Wochen verordnete Bettruhe, damit ich wieder auf die Beine komme. In dieser Zeit war ich mehr als froh, dass wir uns im Vorfeld dafür entschieden haben, dass Martin auch Elternzeit nimmt. So war er die ersten vier Wochen komplett für uns da und auch die letzten vier Wochen wird er noch mal zu Hause sein.

Da ich in den ersten zwei Wochen wirklich überhaupt gar nichts machen konnte, hat er die Zeit genutzt und sich einfach rührend um die Kleine gekümmert. Dadurch ist er aber auch schon quasi Profi im wickeln und anziehen gewesen, während ich bei manchen Sachen immer noch zu tun habe, mich einzufuchsen.

Im Großen und Ganzen haben wir die Zeit aber vor allem für eins genutzt – wir haben uns alle drei von den Strapazen der Geburt erholt und die Zeit für sehr viele Kuscheleinheiten genutzt. Die Kleine hat das wirklich enorm genossen. 🙂

Das Stillen

Ich habe im Vorfeld immer gesagt, dass ich stillen werde, wenn es geht und wenn es nicht geht, dann wäre das auch in Ordnung. Die ersten 1,5 Wochen habe ich auch gestillt, aber leider hat meine Hebamme zu spät erkannt, dass die Kleine nicht satt wird. Ich habe sie oft angelegt und sie hat auch getrunken, aber es hat immer nur für den Mindestbedarf gereicht. Deswegen habe ich nach der Zeit die Entscheidung getroffen, abzustillen und auf Pre-Nahrung umzusteigen, denn eins ist mir erheblich wichtiger als der “Zwang” zum stillen – das es unserem Kind gut geht!

Die Nahrungsumstellung

Leider kam danach dann noch dazu, dass sie nicht zugenommen hat. Nach 2,5 Wochen haben wir mit der Kleinen den Schritt in die Notaufnahme der Kinderklinik des Uniklinikums gewagt, da sie anfing die Nahrung zu verweigern und schrie wie im Spieß.
Dort stellte sich dann heraus, dass unser Miniwieselchen immer noch nicht ihr Geburtsgewicht erreicht hatte und wir was tun mussten. Die Maßnahmen waren so simpel wie einfach – was wir nämlich nicht wussten war, dass es gerade für ein Flaschenkind enorm wichtig ist, einen geregelten “Essensrhythmus” zu haben. Das heißt, immer alle 3 Stunden essen. So mussten wir sie in der Anfangszeit zwar auch nachts zum füttern wach machen, aber es hat sich gelohnt. Nach vier Tagen wurden wir wieder entlassen, weil sie endlich anfing zuzunehmen und jetzt, nach ihrem ersten Monat, hat sie einen gewaltigen Satz über ihr Geburtsgewicht gemacht, so dass wir eine ganz große Sorge weniger haben. 🙂

Leider hat sich die ganze Situation nur so verschärft, weil wir falsche Ratschläge bekommen haben, auf die wir uns verlassen haben.

Der 5-Wochen-Schub

Ohja, damit haben wir ganz besonders viel “Spaß” gehabt. Der Schub kollidierte sowohl mit der Umstellung auf den neuen Essensrhythmus, mit dem Beginn der 3-Monats-Koliken und der Zeitumstellung. Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, dass diese Tage echt alles andere als schön und leicht waren. Es sind Tränen geflossen, die Verzweiflung und Ratlosigkeit war groß und die Bemühungen das Ganze zu verstehen waren noch viel größer.

Mittlerweile haben wir den Schub hinter uns und das Miniwieselchen hat sich sehr verändert. Sie ist mittlerweile 58 cm groß, frisst wie ein kleiner Scheunendrescher und ist vor allem viel wacher.
Klar, sie schläft immer noch viel, was für ein Baby ja auch vollkommen normal ist, aber wenn sie wach ist, dann schaut sie uns mittlerweile so klar an und quietscht vor Freude, dass es unglaublich herzerwärmend ist. 🙂

Schön ist es auch, wenn sie beim wickeln ihr Fischmobilé oder beim bespaßen ihren Uhu anquietscht und dabei über’s ganze Gesicht lacht und strahlt. Auch wenn ich es nicht gedacht hätte, aber da sind die schlaflosen bzw. schlafarmen Nächte auch relativ schnell wieder vergessen. Oder wenn sie nachts beim schlafen meine Finger umklammert, um besser schlafen zu können – was Schöneres gibt es kaum. 🙂

Das Ende der ersten gemeinsamen Elternzeit

Seit gestern ist Martin dann auch wieder arbeiten. Das heißt auch, dass ich plötzlich den ganzen Tag mit der Kleinen alleine bin, was mir unheimlich viel Angst gemacht hat, denn bisher haben wir uns die Einsätze immer geteilt – während ich die Flaschen sauber, sterilisiert und vor allem trinkbereit gemacht habe oder nebenher noch schnell das Wasser zum Po sauber machen geholt habe, hat Martin das Miniwieselschen gewickelt und angezogen. Und plötzlich musste ich das alles alleine gemanagt bekommen.

Ich will ehrlich sein – ich habe viel geheult, als er aus der Tür war. Das lag vor allem daran, dass ich mir absolut sicher war, dass die Kleine enorm auf ihn fixiert ist und sich auch nur von ihm beruhigen lässt. Aber wie ich gestern gesehen habe, habe ich mich geirrt. Klar, läuft es bei mir noch längst nicht so flüssig, aber wir grooven uns beide ein , kreieren einen Alltag in dem wir uns wohlfühlen und finden unseren Weg. Und das hat bis jetzt ganz gut funktioniert.

Klar, wenn ich nicht schnell genug laufe schreit sie, als würden wir sie im Wald aussetzen wollen, aber wie ich mittlerweile lernen musste, lässt sich das in manchen Situationen nicht vermeiden. Egal, wie sehr man sich beeilt und sein Bestes gibt. Und das ist auch in Ordnung so. 🙂

So, ich hoffe sehr, dass ich Euch nicht gelangweilt habe mit dem kleinen Bericht aus dem ersten Lebensmonat unseres Miniwiesels. 🙂

Wenn Ihr Fragen habt, dann schreibt gerne oder schaut bei Instagram vorbei, denn dort nehmen ich Euch auch gerne mit in unseren Alltag. 🙂 Aber eine wichtige Regel haben wir für uns beschlossen – wir werden nie das Gesicht unserer Kleinen offen im Internet zeigen. Es gibt leider zu viele Verrückte und gefährliche Menschen und das ist es uns nicht wert!

In diesem Sinne, habt einen tollen Tag und lasst es Euch gut gehen!

Viele liebe Grüße,
Anna und Martin