29.09.2019 – Ein Geburtsbericht

Hallo. 🙂

Wie im letzten Post versprochen, gibt es heute einen kleinen Bericht, wie die Geburt bei mir verlief.

Der errechnete Entbindungstermin

Wider Erwarten und wider aller Vorhersagen, hat unser kleines Miniwiesel den errechneten Entbindungstermin ungenutzt verstreichen lassen. Geplant war eigentlich der 22.09.2019, aber der Tag verstrich komplett ohne irgendein Anzeichen von Wehen.

Wir waren Mittags noch im Klinikum zum CTG und zur Kontrolle gewesen, aber dort war einfach mal überhaupt gar nichts los. Nicht mal eine Miniwehe war zu sehen! Ein kleines bisschen enttäuschend war es für mich schon, denn so ganz langsam wollte ich das Ganze auch über die Bühne bringen.

41. Schwangerschaftswoche

Und so sind wir dann in die 40. SSW gegangen. Alle zwei Tage stand von nun an eine Kontrolle samt CTG an. Entweder ging es dafür zu meiner Frauenärztin oder ins Klinikum und irgendwann wurde es doch gaaaanz leicht frustrierend. Die Schwestern bei meiner Ärztin fingen schlussendlich schon alle ganz leicht an zu grinsen, wenn sie mich gesehen haben, weil sie sich wohl sicher waren, dass ich bis zum nächsten Termin schon entbunden hätte.

Tja, auch medizinisches Personal kann sich irren. 😀 Ich hatte insofern Glück, dass Martin in der Woche nur kurze Dienste hatte und so immer schnell wieder zu Hause war. Denn auch wir waren uns sicher, dass es jeden Moment losgehen würde.

Am Samstag, dem 28.09.2019 bzw. 40+6, mussten wir morgens noch einmal zur Kontrolle im Klinikum antreten. Das CTG hatte dieses Mal allerdings diverse Wehen angezeigt, die ich gar nicht gemerkt habe. Die zuständige Hebamme an dem Tag hat noch Witze gemacht, dass wir uns bestimmt bald wiedersehen werden. Erstaunt war ich schlussendlich wie Recht sie haben sollte.
Den Abend haben wir noch ganz gemütlich auf der Couch ausklingen lassen, auch wenn ich da schon mit diversem Zwicken und Ziehen zu tun hatte. Aber irgendwie konnte ich es da noch überhaupt gar nicht zuordnen, auch wenn ich manchmal schon schwer atmen musste.

Die Entbindung

Am 29.09.2019 wurde ich nachts um 02:13 Uhr wach, weil ich auf einmal solche Schmerzen hatte. Ich wollte Martin erst nicht wecken und habe das Ganze mit dem Wehentracker meiner Schwangerschaftsapp mal beobachtet. Nach einiger Zeit hat sich gezeigt, dass ich schon Wehen im Abstand von knapp 5 Minuten hatte – da war die Überraschung und die Panik doch schon leicht groß und ich musste Martin einfach wach machen.

Um 05:00 Uhr sind wir dann ins Klinikum gefahren, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Mit der Kliniktasche bewaffnet sind wir dann ausgerückt und standen knapp 5 Minuten später im Kreißsaal auf der Matte. Ich konnte mehr oder weniger nur noch japsen und das CTG hatte die Zeit genutzt, um zwischenzeitlich fröhlich Wehen anzuzeigen. Kurz danach musste ich noch an das Blutdruckmessgerät, das uns einen gehörigen Schrecken einjagte – Puls von 130 und damit einhergehend eine Tachykardie. Wir guckten uns beide an wie die Guppies und die Hebamme war auch leicht überfordert. Es stellte sich schlussendlich raus, dass das Gerät wohl eine Macke hatte, denn im Kreißsaal war davon überhaupt nichts zu sehen und gemerkt hatte ich auch nichts. Der Muttermund war bei Ankunft auch schon bei 2 cm.

Kurze Zeit später war dann Schichtwechsel und wir haben unsere Hebamme kennengelernt – Romy, eine wirklich zauberhafte Hebamme, und Rosemary, eine Hebammenschülerin in der ersten Woche.

Und ab da zog sich der ganze Spaß dann! Die erste Zeit habe ich es mit Wehen wegatmen probiert…bis heute ist das in meinen Augen auch nur ein Gerücht, dass es irgendwas helfen soll. Dann haben wir es mit baden probiert…leider war es auch nicht so sonderlich schmerzlindernd wie erhofft. Danach kam Romy dann mit der Frage aller Fragen – wollen wir etwas in Richtung Schmerzmittel unternehmen!? Für Buscopan war es schon zu spät und alles, was wie eine Spritze aussah, kam für mich nicht in Frage. Ab da blieb dann nur noch eine Option übrig – Lachgas! Im Vorfeld dachte ich, dass das nur Quatsch wäre, aber in der Situation mit Schmerzen im Minutentakt, war mir das nur noch egal und ich hätte so ziemlich alles genommen. Und was soll ich Euch sagen? Irgendwie hat das Lachgas wirklich etwas gebracht. Nicht viel, aber es ging.

Ab einem gewissen Punkt sind wir dann nahtlos in die Presswehen übergegangen. In meiner Vorstellung lief das bisher immer so ab, wie in diversen amerikanischen Krankenhausserien, dass die Hebamme einen auffordert zu pressen. Irgendwie war es einfach nicht so und mein Körper hat das pressen einfach komplett von selber übernommen. Romy und Martin haben mich einfach machen lassen und waren nur unterstützend für mich da. Und das hat gereicht!

Um 13:12 Uhr hatten wir es dann geschafft und hatten für das Klinikum tatsächlich Geschichte geschrieben – als die erste Standgeburt jemals und überhaupt im Haus! 😀 War mir in dem Moment allerdings vollkommen egal.^^ Die Kleine wurde mir auf die Brust gelegt und wir konnten unser Glück gar nicht fassen, dass wir so ein unfassbar süßes Kind endlich in den Armen halten konnten.

Das Prozedere danach

Bis dahin dachten wir auch, dass alles komplett glatt gegangen war. Als der Arzt dann kam, wurden wir schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt…statt der geschätzten 3.600 g hatte unser Miniwiesel 4.160 g auf den Rippen und bei der Geburt mehr Schaden angerichtet als mir lieb war.
Der Arzt setzte mich darüber in Kenntnis, dass ich einen Dammriss 3. Grades hätte und genäht werden müsste. Leider kam dazu dann noch ein Blutverlust von 500 ml, der meinen Eisenhaushalt sowas von in den Keller gesetzt hatte, dass ich kurz nach der Entbindung abgeklappt bin und ab da mich vorerst nicht mehr aus dem Bett bewegen durfte.

So sehr ich das Miniwiesel auch liebe, aber das hätte nicht Not getan.^^ Mit drei Eiseninfusionen haben sie mich zumindest wieder so weit auf den Damm bekommen, dass wir nach 4 Tagen endlich nach Hause konnten.

Durch diese Komplikationen waren wir wirklich froh, dass wir eins der begehrten Familienzimmer bekommen hatten und Martin wirklich 24 Stunden bei uns war, damit sich einer um die Kleine kümmern konnte, denn ich hätte es absolut nicht geschafft.

So, das war heute ein wirklich langer Beitrag, aber irgendwie war es mir auch für mich selber wichtig, das Ganze mal irgendwie in Worte zu fassen und nieder zu schreiben. Ich hoffe, es war für Euch nicht zu langwierig oder zu langweilig. 🙂

Liebe Grüße,
Anna