[Reisetipp] Skanör – Schweden’s unscheinbarer Urlaubsort

Hallo. 🙂

Wer uns auf Instagram folgt hat sicherlich mitbekommen, dass wir am Wochenende vom 1. Mai in Südschweden unterwegs waren und uns dort mal Land und Leute angeschaut haben. Und genau wie wir es im letzten Jahr mit dem Harz gemacht haben, möchten wir Euch auch jetzt wieder ein wenig die Gegend vorstellen.
Deswegen werden Euch in den kommenden vier Tagen noch einige Beiträge erwarten, in den Ihr einen kleinen Teil von Südschweden etwas genauer kennenlernen könnt. 🙂

Die Anreise

Für uns hätte die Anreise gar nicht unkomplizierter sein können. Statt wie andere, die schon eine ewige Anreise bis zur Fähre haben, mussten wir nur einmal von Stahlbrode nach Glewitz 10 Minuten Überfahrt über uns ergehen lassen und dann noch mal knapp eine Stunde mit dem Auto quer über Rügen und schon konnten wir in Mukran am Fährhafen einchecken. Zwar anderthalb Stunden zu früh, aber hey – immerhin pünktlich. 😀

Es war echt eine Freude in der verbleibenden Zeit den diversen Schweden (die noch früher da waren als wir) dabei zuzugucken, wie sie den Bordershop plündern. Und wir reden hier nicht von einem Einkaufswagen voll Alkohol! Nein, mindestens zwei oder drei. Aber soweit wir das abschätzen konnten, lässt der Zoll die Skandinavier relativ unbehelligt so viel einpacken wie sie wollen – nur bei den Osteuropäern gucken sie genauer hin. Das war schon wirklich auffällig!

Als die Fähre dann endlich in Mukran eintrudelte, wir das Auto ordnungsgemäß verstaut und uns einen Platz in der Kantine gesichert hatten, war erst einmal Mittag essen angesagt. Abfahrt war 13 Uhr, so dass es doch wirklich Zeit wurde, mal wieder etwas zu essen. Nun ja, beim nächsten Mal werden es dann wohl doch eher die selbstgeschmierten Stullen werden, denn zwei Schnitzel mit Pommes für insgesamt 20€ war jetzt doch ein wenig teuer. Versteht uns nicht falsch, die Schnitzel waren für eine Kantine wirklich gut und lecker, aber naja – aber eben doch Kantine.

Die Überfahrt von Mukran nach Trelleborg dort an die 4 Stunden. Und Ihr glaubt gar nicht, wie lang 4 Stunden werden können. Im Gegensatz zu unserer ersten Überfahrt vor 4 Jahren (da allerdings ohne Auto), waren wir dieses Mal vorbereitet und hatten einiges an Unterhaltungsprogramm dabei. Angefangen von Musik über Bücher und ein Kartenspiel. Quartettspiele eignen sich ausgezeichnet dafür, um sich zu zweit zu beschäftigen.^^

Allerdings ist die Überfahrt echt etwas “komisch”, wenn man das so sagen möchte. 2,5 der 4 Stunden fährt man um Rügen drum rum, um dann eine halbe Stunden lange nur Wasser zu sehen, um dann schlussendlich 1 Stunden auf das schwedische Festland zu gucken. Man bekommt also gar nicht viel Gelegenheit überhaupt seekrank zu werden. 😀

Angekommen in Trelleborg ging es auch gleich in Richtung Ferienort – das wunderschöne Skanör auf der Halbinsel Falsterbo!

Der Ferienort

Skanör bildet zusammen mit Falsterbo einen großen Ferienort in der Nähe des Ortes Höllviken och Ljunghusen. Beide befinden sich in der Provinz Skåne län und bieten mit der Unmenge an Natur eine unglaublich tolle Gegend zum erholen. Vor allem an Camping- und Golfplätzen mangelt es der Region ganz gewiss nicht.

Der Ort sieht mit seinen fast schon altertümlichen Häusern einfach nur malerisch aus. Ein bisschen so, wie man sich Schweden in frühreren Zeiten vorgestellt hat. Nicht gerade Astrid Lindgreen mäßig, aber dicht dran. 😉 Moderne Architektur sucht man in diesem Ort vergebens, da die Anwohner einen ganz hohen Wert darauf legen, dass alles so erhalten bleibt, wie es ist.

Zu Ruhm und Reichtum ist die Region durch ihre einstmals gut vorhandenen Heringsbestände gekommen. Als der Fisch aber weg war, versank die Gegend einige Jahrhunderte in der Versenkung bis die nahegelegenen Malmöer das Potenzial erkannten. Mittlerweile ist Skanör ein sehr beliebter Ferien- und Erholungsort geworden. Und wie unsere Vermieter uns anvertrauten, gibt es im Sommer dort mehr Urlauber als Einheimische.

Die Unterkunft

Eins muss Euch klar sein, wenn Ihr in Schweden Urlaub macht – zu 98% gibt es bezahlbare Ferienwohnungen nur mit Einzelbetten. So hat es uns auch hier in Skanör etwas eiskalt erwischt – aber da liegt die Schuld bei mir (Anna), denn ich hab mich beim buchen von dem Foto mit den Gänsen beeinflussen lassen. 😀 Die waren einfach zu süß.^^

Alles in allem war die Ferienwohnung vollkommen in Ordnung.  Sie war jetzt nicht riesig, aber wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, vollkommen ausreichend. Die Küche war auch mit dem Nötigsten ausgestattet, aber im Urlaub gibt es bei uns auch nur diese typischen Urlaubsgerichte – Nudeln mit Tomatensoße, Stulle oder was eben so über den Weg läuft.

Die Vermieter waren unglaublich nett und herzlich. Wir wurden quasi mit offenen Armen empfangen und auch schon im Vorfeld war die Kommunikation sehr angenehm. Beide sprachen Englisch, sie auch Deutsch, so dass irgendwie eine Kommunikation möglich war. Wobei für uns im Ausland Deutsch als Sprache eher Luxus ist als Voraussetzung. Schließlich kann man ja nicht erwarten, dass sich alle anderen an einen selber anpassen. Wozu auch!?

Von der Wohnung waren es nur wenige Minuten bis zum Strand oder bis zum Supermarkt. Also alles sehr gut fußläufig erreichbar.

Die Sehenswürdigkeiten

Eins der Highlights für uns war definitiv das Naturschutzgebiet vor der Tür, durch das sich ein kleiner Pfad schlängelte über den man, wie oben schon erwähnt, in wenigen Minuten am Strand war. Für uns war es interessant zu sehen, dass der Strand hier erheblich schmaler war, als wir es vom Darß kennen. Vom Wasser aus hat man auch einen hervorragenden Blick auf die Öresundblick – für uns wirklich eins der Highlights in diesem Urlaub!

Im Ort selber gab’s nicht so mega viel zu sehen. Wir hätten uns gerne die örtliche Kirche angesehen, aber leider war diese zugeschlossen. Das haben wir in Schweden ganz oft gesehen, dass dort die Kirchen nur ganz vereinzelt tagsüber offen waren, so wie man es von uns hier ja eigentlich kennt.

Hinter der Kirche hat allerdings noch etwas Spannendes auf uns gewartet. Ein etwas unscheinbarer Hügel entpuppte sich als Überrest der früher vorhandenen Burg. Man hätte es auch für ein Hügelgrab halten können, aber die vorhandenen Infotafeln haben uns schnell auf die richtige Spur gebracht.

Wir hoffen sehr, dass Euch dieser “kleine” Einblick ins wunderschöne Skanör gefallen hat. Morgen nehmen wir Euch mit nach Malmö! Seid gespannt, was es dort zu entdecken gibt. 🙂

Viele liebe Grüße,
Anna und Martin